Wie KI mir hilft, Gebärdensprache zu lernen
Veröffentlicht:
Wenn ich Leuten erzähle, dass meine Eltern gehörlos sind, ist die übliche Reaktion: Ah, dann sprichst du bestimmt Gebärdensprache. Leider ist das nicht so (aus Gründen, auf die ich ein andermal eingehe). Wir kommunizieren in gesprochener Sprache, sie lesen von meinen Lippen ab.
Je älter ich werde, desto mehr stört es mich, dass ich nie meine de facto Muttersprache gelernt habe. Aber es ist eine dieser grossen Efforts, zu denen ich “nie wirklich gekommen bin”.
Die Ressourcen, um Gebärdensprache zu lernen, existieren. Es gibt Bücher, Kurse und Online-Wörterbücher. Aber Zeitmangel (und organisatorische Fähigkeiten, seien wir ehrlich) hielt mich davon ab, sie zu nutzen. Was ich brauchte, war eine Lösung, die in meine bestehenden Gewohnheiten passte.
Ein persönliches Lernprogramm
Hier kommt Claude ins Spiel. Mit diesem ChatGPT-artigen Chatbot konnte ich eine digitale Lösung gebastelt, um zu lernen, selbst mit meinem ziemlich vollen Leben.
Im Studium habe ich die digitale Karteikarten-App Anki benutzt, um für Prüfungen zu lernen – jetzt nutze ich sie, um mir alles mögliche zu merken. So funktioniert es: Die App mit Fragen & Antworten füttern und sie jeden Tag zum lernen nutzen, damit das Gelernte hängen bleibt.
Es gibt online viele Inhalte für Anki zum herunterladen – aber nicht die Deutschschweizer Gebärdensprache. Und ich hatte einfach keine Ahnung, wie ich digitale Lernkarten mit Videos erstellen kann.
Mit der Hilfe von Claude habe ich Folgendes gemacht:
- Ich nahm eine Liste der 625 häufigsten Wörter in jeder Sprache
- Mit Claudes Hilfe schrieb ich ein Python-Skript, das …
- Diese Wörter automatisch ins Deutsche übersetzt
- All diese Wörter in einem Online-Wörterbuch in Gebärdensprache sucht
- All diese Videos herunterlädt
- Anki-Karteikarten für jedes erstellt, wo auf einer Seite das Wort steht und auf der anderen ein Video von jemandem, der die Gebärde zeigt (die Lösung)
- Und das in einem Format, mit dem ich es mit ein paar Klicks in die Anki-App importieren konnte
Das Ergebnis war ein komplett personalisiertes Lernsystem, genau auf das zugeschnitten, was ich brauchte.
Wenn KI deinen tieferen Zielen dient
Jetzt lerne ich jeden Tag und baue langsam ein grundlegendes Verständnis der Sprache auf. Ich weiss, zu einer Sprache lernen gehört mehr, als die häufigsten Wörter zu lernen – aber es ist ein Anfang.
Was ich mit dieser Geschichte illustrieren möchte: Besonders für Nicht-Techies (oder Kaum-Techies wie mich) können KI-Tools wie ChatGPT oder Claude weit mehr sein als nur ein Wikipedia-Ersatz: Sie können uns dabei helfen, uns Zielen anzunähern, die uns wichtig sind.
Dieses Projekt ist viel mehr geworden als nur ein Vokabeltrainer. Wann immer ich jetzt mit meiner Mutter spreche, integriere ich die Gebärden, die ich kenne, um meine Worte zu begleiten, und erzähle ihr von den neuen Gebärden, die ich gelernt habe. Wir reden über verschiedene Variationen von Gebärden und wie sich die Sprache über die Jahrzehnte entwickelt hat. Wir können uns auf einer neuen Ebene austauschen.